Montag, 23. März 2015

Ratlos. Oder: immer wieder grüßt der Uhu.

Asche auf mein Haupt - meine letzte Meldung ist schon wieder fast drei Wochen her...
Wenn man in einem Abnehmblog relativ lange nichts mehr liest, hat das meist einen bestimmten Grund. Ratet mal.

Richtig.

Ich hätte mich nicht so laut freuen dürfen. Eigentlich habe ich schon so oft in meinem Leben die Erfahrung gemacht - freu dich nicht zu früh und vorallem nicht laut. Hinterher kommt immer die Ernüchterung.  Leider lass ich mich immer wieder hinreißen.

Meine 97,5 sind wieder einiges entfernt.  Ich komme von dieser verdammten 100 einfach nicht weg. Immer mal kurz drüber, dann wieder drunter. Vorhin rechnete ich mal nach - sechsmal habe ich nun schon die 100 unterschritten. Die Freude darüber hält sich mittlerweile in Grenzen.
Mein Körper scheint zur Zeit alles festhalten zu wollen was er hat und kriegt. Trotz regelmäßigem Walken, viel viel Wasser und Tee und einer Kalorienzufuhr die meines Erachtens definitiv unter meinem Leistungsumsatz liegt.  Also rein theoretisch müsste ich weiter Gewicht verlieren.

Ich merke wie ich immer weiter die Motivation verliere, mich mit dem Gedanken anfreunde so zu bleiben wie ich jetzt bin. Auch wenn ich mein Ziel nicht erreicht habe. Das macht mich traurig, aber auch sauer.
Freunde und liebe Mitmenschen wollen mich stets mit den Worten "aber schau doch, was du schon geschafft hast" trösten. Sie loben mein neues Erscheinungsbild. Ich sollte mich darüber freuen, es sollte mir weitere Kraft geben, wie es bisher auch wirklich war.
Aber ich mag diese Sätze im Moment nicht gern hören. Ich bin unzufrieden, sehr unzufrieden mit mir. Noch immer bin ich stark übergewichtig, kann noch immer nur in wenigen Läden Kleidung kaufen. Damit kann ich mich nicht zufrieden geben.
Andererseits bin ich ratlos. Ich weiß nicht an welchen Knöpfen ich drehen muß um wieder in die Spur zu kommen.
Gern würde ich meinen Kopf von den trüben Gedanken befreien, mich einfach mit Energie in die Dinge werfen, die hier momentan anstehen, damit hätte ich mehr als genug zu tun. Es gelingt mir nur noch nicht.

Nächster Gedanke: was wird mit meinem Blog hier? Wenn sich auf meiner Waage nichts mehr tut, ist für euch ja auch nix mehr zu lesen da. 
Worüber soll ich schreiben?
Es ist nicht so, dass mein Leben sonst nichts erzählenswertes zu bieten hat. Aber ich tu mich sehr schwer damit, andere private Themen öffentlich auszubreiten. Man könnte meinen, das eigene Gewicht und dicke Bilder zu posten ist doch eigentlich der Gipfel der Privatsphäre. Hm. Hätte ich früher sicher auch so gesehen. Aber mittlerweile.... dass ich zu dick bin und daran etwas ändere kann man von außen sehen. Also ist das nichts, was ich verstecken kann. Wenn einem das klar ist, fällt es leichter drüber zu schreiben bzw. zu sprechen.

Bei anderen persönlichen Themen bin ich unsicherer.
Einerseits hab ich oft das Bedürfnis mich mitzuteilen. Dadurch neue Einsichten zu gewinnen, auf neue Ideen zu kommen, anfangen Dinge vielleicht von einer anderen Seite zu betrachten.
Andererseits betreffen diese Themen stets auch andere Familienmitglieder. Mir ist mulmig wenn ich daran denke dass diese irgendwann einmal durch Zufall auf meinen Blog stoßen könnten. Bisher kennt ihn niemand aus meinem realen Leben. Zumindest weiß ich nichts davon.

Was soll ich machen?    *grübel*


Kommentare:

  1. Liebe Hendrikje, ich hatte mal so eine App, Lifesum nannte sich die, kennst Du die oder hast Du die evtl. schon? Ich fand ganz praktisch, dass man auch ohne Premium-Status seine wichtigen Daten (Größe und Gewicht) eintragen konnte, dazu das "Zielgewicht" und die App dann ausrechnet, wie viel Kalorien maximal pro Tag gegessen werden sollten. Dann trägt man täglich ein, was man isst und trinkt; viele Lebensmittel sind vorgegeben, andere, die es noch nicht gibt, kann man mit dem inkludierten Scanner aufnehmen. Sport oder sonstige Aktivitäten (Spaziergang etc.) kann man auch mit eintragen.
    Dachte ich spontan dran, als ich Deinen Satz las "...und einer Kalorienzufuhr die meines Erachtens definitiv unter meinem Leistungsumsatz liegt". Mit so ner App hab ich mal ne Zeitlang verfolgt, was ich tatsächlich so esse ;) Und war wirklich überrascht.

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    1. Liebe Helma,
      diese spezielle App kenn ich zwar nicht, aber eine ganz ähnliche nutze ich hin und wieder. Dadurch habe ich ein Gefühl dafür bekommen, was ich so am Tag esse. Ich trage zwar nicht mehr täglich alles ein (weil mich das nach einer Weile kirre gemacht hat), aber hin und wieder.

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  2. Liebe Hendrijke, wie sagt Dr. Gunter Frank so schön: Es liegt halt nicht nur an der Kalorienzufuhr oder "Abfuhr" :).... vielleicht musst du erst mal wieder aus dem stressenden Druck raus. Gib dir doch einfach ne Weile Zeit und freu dich an dem, was du erreicht hast. Die Bilder letztens waren ja definitiv toll! Vielleicht muss erst mal wieder das Verkniffene raus....
    Lieben Gruß
    Gabi

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    1. Danke, liebe Gabi.
      Dein Vorschlag ist sicher ein sehr guter, gern würde ich dem folgen. Das ist vermutlich für mich die beste Lösung. Ich arbeite dran. :-)

      LG Hendrikje

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  3. Hast du mal deine Schilddrüsenwerte checken lassen?
    Dieses grundlose Hin und Her könnte auf eine UF hindeuten.
    LG Laila

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    1. Danke für den Hinweise, liebe Laila.
      Meine SD-Werte sind in Ordnung, ich lasse mich regelmäßig durchchecken.

      LG Hendrikje

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  4. Auch hier wieder willkommen im Club! Statt abwärts geht es auch bei mir aufwärts - weiß der Geier warum! Es nervt, da gebe ich dir Recht. Aber die Ratschläge meiner Vorschreiberinnen sind doch schon gut, NICHT stressen lassen - hast du schon einmal was über den Setpoint gelesen? Ich stelle den LInk zu diesem Artikel später auf meinem Blog ein, vielleicht gelingt dir dann eine entspanntere Haltung. GU & LU neu berechnen wäre auch eine Idee und wieder einmal kurzfristig alles notieren - es nervt ich weiß - aber wenn es hilft. Mein 1. Gedanke war auch die Schilddrüse - ich habe auch immer gedacht ich lass mich regelmäßig durchchecken - aber das reicht wohl nicht! Meine Hausärztin hat immer nur den TSH geprüft dieser hat sich erhöht und sie hat nichts unternommen. Ich war zum Szinitgramm, minimale Veränderung und nichts wurde unternommen. Ich bin ein Hashimoto-Patient und fühle mich nicht ernst genommen - nun habe ich den Hausarzt gewechselt und bin gespannt wie es dort weitergeht.
    Wir schaffen das! und DU hast doch schon soviel geschafft! Sei stolz auf Dich!
    Lieben Gruß Patricia

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    1. Liebe Patricia,
      ich danke dir sehr für die Erinnerung an den Setpoint. Darüber gelesen habe ich schon und es kam mir so logisch vor. Allerdings hatte ich das schon wieder verdrängt.
      Bin mir fast sicher, dass ich grade an diesem Punkt angekommen bin und wirklich nur noch ganz ganz viel Geduld, Gelassenheit und Durchhaltevermögen brauche.

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Vielen Dank für deinen Kommentar. :-)